Türkischer Kaffee entsteht, indem man sehr fein gemahlenen Kaffee mit Wasser und je nach Geschmack Zucker in einem kleinen Kännchen mit langem Stiel, dem cezve, langsam aufkocht und dann ungefiltert eingießt, sodass sich der Satz am Boden der Tasse absetzt. Er ist keine bestimmte Bohne und keine Röstung, sondern eine Methode: extrafeiner Mahlgrad, kein Filter und eine langsame Hitze, die den charakteristischen Schaum obenauf entstehen lässt.
Im Folgenden erfährst du, was türkischer Kaffee wirklich ist, wie er sich von anderem Kaffee unterscheidet und wie du ihn zu Hause Schritt für Schritt auf traditionelle Art zubereitest, mit Schaum und allem, was dazugehört.
Was türkischer Kaffee ist
Türkischer Kaffee wird durch seinen Mahlgrad und seine Zubereitung bestimmt, nicht durch eine bestimmte Bohne. Der Kaffee wird fast zu Pulver gemahlen, feiner als für Espresso, und langsam mit Wasser im cezve gekocht, bis ein dunkler Schaum nach oben steigt. Nichts wird herausgefiltert: Man gießt alles mitsamt dem Satz ein, der sich in einer dicken Schicht am Boden der Tasse absetzt und beim Trinken zurückbleibt. Serviert wird er in einer kleinen Tasse, meist mit einem Glas Wasser und etwas Süßem dazu.
Die Methode ist Jahrhunderte alt und reicht von der Türkei über den Balkan und den Kaukasus bis in den Nahen Osten, wo dieselbe Zubereitung unterschiedliche Namen trägt. 2013 nahm die UNESCO die Kultur des türkischen Kaffees in ihre Liste des immateriellen Kulturerbes auf und würdigte damit das Ritual des Zubereitens und Teilens, nicht nur das Getränk selbst.
Was türkischen Kaffee besonders macht
Drei Dinge heben ihn hervor. Der extrafeine Mahlgrad sorgt für einen volleren Körper als Filterkaffee oder French Press. Die ungefilterte Zubereitung behält alle Öle und feinen Partikel in der Tasse, sodass der Geschmack intensiv und ein wenig samtig ist. Und der Schaum, der köpük, wird hoch geschätzt: Eine gute Tasse misst sich zum Teil daran, wie gut der Schaum hält. Da er in einer kleinen Tasse serviert wird, ist das Getränk geschmacklich konzentriert und nicht groß im Volumen.
Türkischen Kaffee zubereiten, Schritt für Schritt
Du brauchst einen cezve (ein kleines Kännchen mit langem Stiel), fein gemahlenen türkischen Kaffee, kaltes Wasser und Zucker, falls du welchen nimmst. Miss mit der Tasse ab, in der du servieren wirst, etwa eine kleine Tasse Wasser pro Portion.
- Miss mit deiner Serviertasse kaltes Wasser in den cezve ab, eine Tasse pro Person.
- Gib den Kaffee hinzu, etwa einen gehäuften Teelöffel pro Tasse, und den Zucker jetzt statt später. Noch nicht umrühren.

- Stell ihn auf niedrige Hitze. Rühre ein- oder zweimal sanft um, nur bis sich Kaffee und Zucker auflösen, dann hör auf zu rühren und lass ihn in Ruhe.
- Achte auf den Schaum. Während er sich erwärmt, steigt ein dunkler Schaum auf. Lass ihn nicht kochen. Genau wenn der Schaum hochsteigt, nimm das Kännchen von der Hitze.

- Löffle etwas Schaum in jede Tasse, stell den cezve für ein paar Sekunden zurück auf die Hitze, damit er noch einmal aufsteigt, und gieße dann langsam ein, den Schaum zuerst.

- Lass ihn eine Minute ruhen, damit sich der Satz absetzt. Serviere ihn mit einem Glas Wasser und einem Stück Lokum oder Baklava und lass den Satz am Boden zurück.
Milch, Zucker und wie er serviert wird
Traditionell wird türkischer Kaffee ohne Milch serviert. Der Zucker kommt gleich zu Beginn hinzu und wird nicht erst am Tisch eingerührt, und du bestellst ihn nach Süße: sade (ohne Zucker), az şekerli (wenig), orta (mittel) oder şekerli (süß). Sag es demjenigen, der ihn zubereitet, bevor er auf die Hitze kommt, denn in die fertige Tasse wird kein Zucker mehr eingerührt. Das Wasser dazu klärt zuerst den Gaumen; das Süße an der Seite gleicht die Intensität des Kaffees aus.
Ist türkischer Kaffee stärker als normaler Kaffee?
Im Geschmack ja: Der feine Mahlgrad und die ungefilterte Zubereitung lassen jede kleine Tasse kräftig und voll schmecken. An reinem Koffein ist eine einzelne Portion überschaubar, weil die Tasse klein ist, auch wenn sie pro Schluck konzentriert ist. Sieh ihn als intensiv statt groß an, deshalb wird er mit Wasser serviert und in kleinen Schlucken getrunken.
Sorten von türkischem Kaffee
Neben der klassischen Röstung gibt es ein paar traditionelle Varianten, die man kennen sollte:
- Klassischer türkischer Kaffee — die alltägliche Röstung, fein gemahlen für den cezve.
- Dibek — auf die alte Art im Steinmörser gemahlen, was eine rundere, weichere Tasse ergibt, manchmal mit Milchpulver gemischt.
- Menengiç (Terebinthe) — nicht aus Kaffeebohnen, sondern aus gerösteter Terebinthe hergestellt, der Frucht des wilden Pistazienbaums, daher von Natur aus koffeinfrei. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Menengiç-Kaffee.
- Mit Mastix aromatisiert — mit Mastixharz parfümiert für eine dezent kiefernartige, aromatische Note.
Der richtige Einstieg
Die Zubereitung ist nur so gut wie der Mahlgrad, deshalb macht authentischer, fein gemahlener türkischer Kaffee den Unterschied. Unser traditioneller türkischer Kaffee ist der klassische Einstieg, die Dibek-Mischung ist im Steinmörser gemahlen und mild, und die Terebinthe (Menengiç) ist die koffeinfreie Variante. Alle werden weltweit aus der Türkei versendet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an türkischem Kaffee?
Sein extrafeiner Mahlgrad und die ungefilterte Zubereitung ergeben eine vollere, intensivere Tasse als Filterkaffee oder Espresso, gekrönt von einem geschätzten Schaum. Er ist außerdem ein Ritual: langsam im cezve zubereitet und in einer kleinen Tasse mit Wasser und etwas Süßem serviert.
Kommt Milch in türkischen Kaffee?
Traditionell nicht. Türkischer Kaffee wird schwarz serviert, wobei der Zucker gleich zu Beginn hinzukommt und nicht Milch am Tisch. Ein paar moderne Mischungen, etwa einige Dibek-Varianten, enthalten Milchpulver, aber die klassische Tasse kommt ohne aus.
Ist türkischer Kaffee stärker als normaler Kaffee?
Im Geschmack ist er kräftiger, dank des feinen Mahlgrads und der ungefilterten Methode. Am Gesamtkoffein ist eine einzelne Portion überschaubar, weil die Tasse klein ist, aber sie ist pro Schluck konzentriert und wird daher langsam mit Wasser dazu getrunken.
Wie bestellt man den Süßegrad?
Beim Namen, und zwar vor der Zubereitung: sade heißt ohne Zucker, az şekerli wenig, orta mittel und şekerli süß. Der Zucker kommt gleich zu Beginn in den cezve, denn in die fertige Tasse lässt er sich nicht mehr einrühren.
Warum ist Satz am Boden der Tasse?
Weil der Kaffee ungefiltert ist. Der feine Satz setzt sich beim Ruhen in einer dicken Schicht am Boden ab. Lass die Tasse vor dem Trinken eine Minute stehen und lass den letzten Schluck mit dem Satz zurück.
Wo kann ich echten türkischen Kaffee online kaufen?
Du kannst ihn direkt bei uns bestellen. Probier die traditionelle Mischung, den im Steinmörser gemahlenen Dibek oder die koffeinfreie Terebinthe. Wir versenden weltweit aus der Türkei.



