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Was ist Menengic Kaffee? Der koffeinfreie Klassiker aus Gaziantep

A pale, creamy cup of menengiç coffee served in a traditional Turkish cup on a copper tray

Menengiç-Kaffee ist ein traditionelles türkisches Heißgetränk aus den gerösteten, fein gemahlenen Beeren der Wildpistazie (Pistacia terebinthus), auf Deutsch Terebinthe. Er enthält keine einzige Kaffeebohne und ist von Natur aus koffeinfrei. Klassisch wird er mit Milch zubereitet. So entsteht ein cremiges, helles Getränk mit nussiger Röstnote, eine Spezialität aus Gaziantep im Südosten der Türkei.

Was bedeutet „Menengiç“ auf Deutsch?

„Menengic Kaffee auf Deutsch“ gehört zu den häufigsten Suchanfragen rund um dieses Getränk. Eine wörtliche Übersetzung gibt es allerdings nicht. Menengiç ist das türkische Wort für die Terebinthe (Pistacia terebinthus), im Deutschen auch Terpentin-Pistazie oder Wildpistazie genannt. Der Baum ist ein wild wachsender Verwandter des Pistazienbaums und dient rund um Gaziantep traditionell als Unterlage, auf die Pistazien veredelt werden.

Seine erbsengroßen, grünlich-braunen Beeren werden im Spätsommer gesammelt, geröstet und fein vermahlen, handwerklich also genau wie Kaffeebohnen. Daher der Name: Menengiç-Kaffee ist kein Kaffee im botanischen Sinn, sondern ein Getränk, das wie Kaffee geröstet, gemahlen und im Kännchen aufgekocht wird. Die treffendste deutsche Umschreibung wäre „Wildpistazien-Kaffee“ oder „Terebinthen-Kaffee“.

Wie schmeckt Menengiç-Kaffee?

Wer eine koffeinfreie Kopie von Filterkaffee erwartet, liegt falsch – und wird meist angenehm überrascht. Menengiç-Kaffee schmeckt nussig, mit einer deutlichen Röstnote, die an geröstete Pistazien erinnert, und einem feinen, leicht harzigen Unterton, den die Terebinthe mitbringt. Die Milch macht das Getränk cremig und hell; in der Tasse ähnelt es eher einem Milchkaffee als einem schwarzen Mokka. Bitterstoffe, wie man sie vom Bohnenkaffee kennt, fehlen weitgehend.

In Gaziantep wird Menengiç-Kaffee seit Generationen in Kaffeehäusern serviert, etwa im historischen Tahmis Kahvesi, das seit dem 17. Jahrhundert besteht und dessen Name heute die Traditionsmarke Tahmis trägt. Dort genießt man ihn klassisch zu Sesamgebäck oder Baklava. Für das deutsche Ritual „Kaffee und Kuchen“ am Nachmittag ist er damit eine naheliegende koffeinfreie Ergänzung.

Menengiç-Kaffee wird in einer cezve, der türkischen Kaffeekanne, bei niedriger Hitze langsam erhitzt

Wie bereitet man Menengiç-Kaffee zu?

Die Zubereitung folgt der Logik des türkischen Mokkas, ist aber verzeihender – nichts brennt so schnell an, nichts wird bitter. Fertige Mischungen wie der Terebinthen-Kaffee von Tahmis in der 250-Gramm-Dose enthalten bereits Milchpulver und brauchen nur noch Wasser; reines Menengiç-Pulver wird stattdessen mit frischer Milch aufgekocht.

  • Geben Sie pro Tasse 2 gehäufte Teelöffel (etwa 8 g) Pulver in eine cezve, das türkische Kaffeekännchen mit langem Stiel. Ein kleiner Stieltopf funktioniert ebenso.
  • Fügen Sie 100 ml kaltes Wasser hinzu (bei Mischungen mit Milchpulver) beziehungsweise 100 ml kalte Milch, und verrühren Sie alles gründlich.
  • Erhitzen Sie das Kännchen bei niedriger bis mittlerer Hitze und rühren Sie gelegentlich um.
  • Nehmen Sie es vom Herd, sobald sich Schaum bildet und die Flüssigkeit zu steigen beginnt – kurz bevor sie sprudelnd kocht.
  • Gießen Sie den Kaffee samt Schaum in eine Mokkatasse. Nicht filtern: Der feine Satz setzt sich nach etwa einer Minute am Boden ab.

Wer es von Haus aus süßer mag, greift zur gesüßten 100-Gramm-Variante mit Terebinthe und Milchpulver: Sie enthält bereits Puderzucker, das Nachsüßen entfällt.

Es geht übrigens auch ganz ohne Milch. Reines Menengiç-Pulver lässt sich wie türkischer Mokka mit Wasser aufkochen; die Tasse fällt dann schlanker aus, und der harzige Charakter der wilden Beeren tritt deutlicher hervor. Wer keine Kuhmilch trinkt, kann zu Hafer- oder Mandeldrink greifen. Haferdrink schäumt beim Erhitzen ähnlich gut wie Milch und passt mit seiner milden Süße gut zur nussigen Röstnote; wichtig ist nur die niedrige Hitze, damit die Pflanzenmilch nicht ausflockt. Und die richtige Tasse? Eine kleine, dickwandige Mokkatasse mit 70 bis 90 Millilitern ist ideal. Sie hält das Getränk lange warm, und der feine Satz bleibt am Boden, wo er hingehört: Den letzten Schluck lässt man traditionell einfach stehen.

Menengiç-Kaffee, türkischer Mokka oder Espresso – was ist der Unterschied?

Alle drei werden in kleinen Tassen serviert, alle drei leben von der Röstaromatik. Und doch trennen sie Welten. Die Übersicht:

Menengiç-KaffeeTürkischer MokkaEspresso
RohstoffGeröstete Terebinthen-Beeren (Wildpistazie)Fein gemahlene Arabica-KaffeebohnenGeröstete Kaffeebohnen (Arabica/Robusta)
KoffeinKoffeinfreiJaJa
ZubereitungIn der cezve mit Milch langsam erhitztIn der cezve mit Wasser aufgekochtMaschine, ca. 9 bar Druck, 25–30 Sekunden
GeschmackNussig, cremig, leicht harzige RöstnoteKräftig, dicht, mit feinem KaffeesatzKonzentriert, intensiv, mit Crema
ServiertHell, in der Mokkatasse, Satz bleibt in der TasseSchwarz, in der Mokkatasse, oft mit LokumIn der Espressotasse, meist pur

Der entscheidende Punkt für viele: Menengiç-Kaffee liefert das ganze Ritual des türkischen Kaffees (kleines Kännchen, langsames Erhitzen, Schaum), verlangt dafür aber kein Koffein. Mokka und Espresso bleiben Bohnengetränke; die Wildpistazie spielt in einer eigenen Kategorie.

Menengiç-Kaffee in der Mokkatasse, serviert neben gerösteten Terebinthen-Beeren aus Gaziantep

Häufige Fragen zu Menengiç-Kaffee

Enthält Menengiç-Kaffee Koffein?

Nein. Menengiç-Kaffee wird ausschließlich aus den Beeren der Terebinthe hergestellt, die von Natur aus kein Koffein enthalten. Er ist vollständig koffeinfrei. Ein Entkoffeinierungsverfahren, wie es bei entkoffeiniertem Bohnenkaffee nötig ist, braucht es hier gar nicht erst.

Ist Menengiç-Kaffee echter Kaffee?

Botanisch gesehen nicht, denn er enthält keine Kaffeebohnen. Die Bezeichnung „Kaffee“ verdankt er der Zubereitung: Die Beeren werden geröstet, gemahlen und wie türkischer Mokka in der cezve aufgekocht. In Gaziantep hat das Getränk eine eigene, lange Tradition neben dem Bohnenkaffee.

Wie bewahrt man Menengiç-Kaffee auf?

Kühl, trocken und gut verschlossen, am besten in der Originaldose. Da die gemahlenen Terebinthen-Beeren natürliche Öle enthalten, sollte die Dose nach dem Öffnen innerhalb weniger Monate aufgebraucht werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum finden Sie auf der Verpackung.

Wird Menengiç-Kaffee nach Deutschland geliefert?

Ja. foodturkiye versendet direkt aus der Türkei in die ganze Welt, selbstverständlich auch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Ab einem Bestellwert von 135 US-Dollar ist der Versand kostenlos; so kommt der Menengiç-Kaffee aus Gaziantep ohne Umwege zu Ihnen nach Hause.

Menengiç-Kaffee gehört zu den Getränken, die sich schwer beschreiben und leicht mögen lassen. Geröstete Wildpistazie trifft auf cremige Milch, Koffein kommt keines dazu – und in jeder Tasse steckt die Kaffeehaus-Tradition von Gaziantep. Wenn Sie ihn probieren möchten, finden Sie den Original-Menengiç-Kaffee von Tahmis zusammen mit klassischem türkischem Mokka in unserer Auswahl traditioneller türkischer Kaffeesorten, geröstet und verpackt in der Türkei und direkt zu Ihnen versandt.

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